von Wiebke Theuer am 21. April 2017

Wer an eine Dessert Bar denkt, fühlt sich wahrscheinlich im ersten Moment von Süßspeisen überrumpelt. Wer soll das alles essen? Selbst Petit Four nach dem Dessert sind für den Magen oft schon zu viel. Aber René Frank, Ausnahmetalent in der Patisserie, und Oliver Bischof, Berliner Diplom-Designer, zeigen, dass dieses Konzept funktioniert. Seit dem Sommer 2016 versüßen sie uns mit der Coda Bar, der ersten Dessert Bar Berlins, das Leben.

Bei vielen klingeln hier sicher erst einmal die Alarmglocken. Gehobene Gastronomie und Neukölln? Passt das überhaupt zusammen? Und ob! Der Problembezirk hat sich mittlerweile zum absoluten Trend-Viertel entwickelt. Davon sind auch René und Oliver überzeugt, die den Standort für ihre Location ganz bewusst hier gewählt haben.

Speisekarten | Maximilian Carlo Schmidt

Von außen unscheinbar, sind wir beim Betreten der Coda Bar allein von der Inneneinrichtung sofort mehr als begeistert. Hier wurden sich bis ins letzte Detail Gedanken gemacht. Die Bar ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Modern, stylish, schlicht.

Klare Empfehlung: Das Getränke-Pairing

Es ist unser erster Besuch in der Coda Bar, wir wollen das Komplettprogramm mitnehmen und dürfen uns nach unserer Bestellung auf sechs Gänge freuen. Wem dies zu viel erscheint, der kann natürlich auch zwischen einem Ein-Gang und einem Fünf-Gänge-Menü wählen. So oder so gibt es zu jedem Gang ein passendes Getränk, was wir in jedem Fall wärmstens empfehlen! Denn jedes einzelne schmeckt nicht nur sensationell, sondern rundet das jeweilige Gericht auch perfekt ab. Natürlich könnte man auch einen Riesling trinken, doch empfehlen wir auf jeden Fall, sich auf das Pairing einzulassen. Die Coda Bar ist bis open end geöffnet, sodass man hinterher immer noch etwas anderes trinken kann. Und mit dem offenen Blick in die Küche bleibt man sowieso gern länger sitzen. Zu Rote Bete | Tofu | Cranberry gab es beispielsweise einen Cocktail aus Granatapfel, Orange, schwarzer Olive und weißem Wermut. Dass man dadurch nach sechs Gängen leicht angeheitert ist, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht weiter vertiefen.

Schweine-Popcorn | Maximilian Carlo Schmid

Absolutes Wohlfühl-Ambiente

Zu der sehr geschmackvollen Einrichtung, den durchweg herausragenden Dessert-Kreationen und Getränken trägt noch sehr viel mehr dazu bei, dass wir uns vom ersten Moment an wohl fühlen. Zum einen ist die Musik unserer Meinung nach für das Ambiente sehr gut ausgewählt. Leicht rockig, dennoch modern. Zum anderen trifft man in der Coda Bar auf höfliches, professionelles und gleichzeitig lockeres Personal. Jeder hier liebt seine Arbeit – und lässt diese Leidenschaft auch den Gast spüren. Egal von wem wir hier einen Teller serviert bekommen, uns wird dazu eine Geschichte erzählt, die nicht abgedroschen oder auswendig gelernt klingt, sondern einfach absolut authentisch ist.

Unser Fazit

Die Coda Bar begeistert uns mit einem außergewöhnlichen Konzept einer ausgeprägten Barkultur, hinter dem enorm viel Arbeit steckt. Qualitativ ist alles auf höchstem Niveau, sodass wir hier jederzeit wieder einen Abend verbringen würden. Wer Neukölln auch nicht bei Nacht scheut, sollte sich dieses kulinarische Erlebnis gönnen.

Nach sechs Gängen ist man wirklich satt. Doch für all jene, die es gewohnt sind, eher mehr zu essen, lohnt sich vielleicht sogar ein Besuch im Nobelhart & Schmutzig oder einsunternull für ein leichtes Dinner zuvor, um den Abend in der Coda Bar dann mit ein paar Gerichten ausklingen zu lassen.

Unser Tipp: Vorher unbedingt reservieren!

Auf einen Blick
  • Restaurant: CODA Dessert Bar (zur Website)
  • Küchenchef:René Frank
  • Datum des Besuchs: 11. April 2017
  • Kontakt: Friedelstraße 47,12047 Berlin,
    +49 (0)30-40576793

 

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