Meine große Begeisterung für Wagyū habe ich an dieser Stelle bereits das ein oder andere Mal mit Euch geteilt. In der letzten Woche war es erneut da, das fast unstillbare Verlangen nach diesem wundervollen, zarten und fettdurchzogenen Fleisch. Glücklicherweise ist es seit ein paar Jahren endlich möglich, echtes japanisches Rind in Europa zu erwerben.
Die Zubereitung ist extrem einfach. Allerdings müssen einige Handgriffe etwas anders gedacht werden, als bei anderem Rindfleisch. Durch den hohen Anteil an intramuskulärem Fett sollte Wagyū wirklich bis zum Moment der Zubereitung im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das Fett schmilzt bereits ab 25 Grad, selbst bei geringerer Raumtemperatur kann sich das gute Stück verformen. Natürlich sollte man die finale Kerntemperatur auch etwas im Blick haben, schließlich käme es fast eine Sünde gleich, den richtigen Garpunkt zu überziehen.

Mein Wagyue Beef Loin habe ich über die Kollegen von Otto-Gourmet bezogen. Die Cuts werden aus Ribeye und Strip Loin geschnitten. Mit einem Kilopreis von 399€ ist das Produkt sicherlich nichts für jeden Tag (zumindest nicht in meiner Küche), aber auch aus einem kleinen, etwa 100g großen Stück lässt sich ein luxuriöses kleines Gericht für drei bis vier Personen zaubern. Oder, wenn es noch etwas dekadenter ausfallen darf (wie in meinem Fall) kann man es auch in einer Portion servieren.
Bei der Zubereitung ist große und kontrollierte Hitze wichtig. Ein Experiment mit dem Beefer vor einigen Monaten ist nicht ganz so gut geglückt, vermutlich ist die Temperatur für die kleinen Cuts einfach zu brachial. In diesem Fall habe ich mein Panasonic Kochfeld auf die höchste Temperatur von 230 Grad gestellt. Sobald das Induktionsfeld das Erreichen der gewünschten Temperatur signalisiert (mein Kochfeld gibt in diesem Fall ein akustisches Signal) , wandert das Fleisch direkt aus dem Kühlschrank in Pfanne. Ohne Öl übrigens – das Wagyue bringt genug eigenes Fett mit, das zügig schmilzt. 

Für eine leichte und frische Begleitiung habe ich zwei Stangen Spargel knackig blanchiert und kurz in der Miso-Nussbutter geschwenkt. Die frischen Erbsen werden ebenfalls kurz blanchieren und für den maximalen Wagyū-Kick anschließend kurz in der (nicht mehr ganz so heißen) Pfanne mit dem ausgetretenen Fett benetzt. Das sorgt zudem für einen zarten Glanz.



