von Oliver Wagner am 6. Juli 2013

Die Abschaltung von Google Reader liegt erst wenige Tage zurück und man gewinnt zusehends das Gefühl, RSS hätte als Format zur Übertragung von Inhalten im Web ausgedient. Das ist natürlich Quatsch, denn auch wenn Google für sein RSS Produkt keine Zukunft sieht, so tut dies den nach wie vor faszinierenden Möglichkeiten der Really Simple Syndication, also dem standardisierten Übertragen kurzer Inhaltsblöcke, keinen Abbruch. Dennoch: Was passiert mit den Millionen RSS-Feeds, die jedes Blog, nahezu alle Webservices, viele Magazine und die meisten Nachrichtenseiten automatisch erzeugen?

Viele Fragen, die mir in den letzten Wochen durch den Kopf gingen. Aber wozu darüber auf einem Food Blog reflektieren, fragst Du. Zu recht. Fast.

Denn aus diesen Überlegungen (und einer seit vielen Jahren brach liegenden Domain) entstand innerhalb einiger Tage ein neues Projekt: Gourmetfreuden.de. Ein Nachrichten Aggregator für Foodies. Dabei werden die besagten RSS Feeds von derzeit rund 150 Blogs und Magazinen beobachtet, sobald irgendwo ein neuer Artikel erscheint, wird er auf Gourmetfreuden.de angezeigt und mit einem Zeitstempel versehen. Neue Artikel schieben ältere nach unten. News is a river, not a lake. Die einzige primäre Unterscheidung die im Frontend vorgenommen wird, ist die Aufteilung nach deutschsprachigen Postings und internationalen Artikeln.

In meiner Nische des Webs gibt es Aggregatoren für alles Mögliche, von Tech-News über deutschsprachige Blogs, wichtige und gewichtete Social Media News via Twitter (auch dieses Projekt wurde damals in Teilen von mir konzipiert) – nur für das Thema Food gibt es keine aktuellen Entwicklungen.

Vor ein paar Tagen habe ich zunächst nur via Facebook auf das neue Projekt aufmerksam gemacht. Alleine in den ersten 48 Stunden haben sich mehr als vierzig neue Blogs angemeldet, einige meiner Lieblingspublikationen habe ich natürlich zum Start auch selbst eingepflegt. Mit diesem Grundbestand lässt sich bereits ganz gut arbeiten.

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Technisch gesehen ist das gar nicht so komplex, im Prinzip lässt sich das mittels WordPress und einer ganzen Reihe von Plugins recht gut lösen, einen schnellen Server vorausgesetzt

Allerdings gibt es ein paar Ideen, mit denen es noch weiter zu experimentieren gilt. Vor allem die semantische Erkennung und Kategorisierung von Inhalten. Wenn man davon ausgeht, dass mit Gourmetfreuden.de künftig eine immer vollständiger werdende, kollaborativ erstellte Liste, mit allen relevanten Foodblogs entsteht, hilft die automatische Kategorisierung, Inhalte nach Themen zu finden. Sprich, es lassen sich Beispielsweise alle Postings finden, in denen Spargel verarbeitet wurde. Oder in denen mit Sous-vide gekocht wurde. Oder Rezepte rund um Pasta, Pizza, Burger. Oder Artikel, die sich rein vegetarischen Produkten widmen. Im Prinzip lässt sich diese Funktion auch nutzen um gemeinsam in Blogs zu bestimmten Themen zu schreiben und an zentraler Stelle alle Inhalte zu sammeln.

Oder aber die Sortierung nach Kalendertagen. So ließe sich sowohl eine Aussage über die pro Tag geschriebenen Artikel treffen, aber auch über die Themen und Produkte zu denen geschrieben wurde. Das wiederum lässt sich dann in Bezug setzen zu den Jahreszeiten oder natürlich der saisonalen Verfügbarkeit einzelner Produkte.

Zusätzlich könnte man natürlich auch noch je Artikel die Social Media Resonanz anzeigen, also die Anzahl an Tweets, Facebook Likes, Google+ etc. Dazu müsste man allerdings die jeweiligen Detailseiten der Postings stärker in den Vordergrund stellen, derzeit gefällt mir der Gedanke, den gesamten Traffic auf die jeweiligen Blogs zu leiten, wesentlich besser. Schließlich soll Gourmetfreuden in erster Linien auch ein Service auch für die vielen kreativen Foodblogger sein.

Ein jedem Fall ist ein erster Start ist jetzt gemacht, man wird sehen, wie sich dieses Projekt entwickelt…

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