von Oliver Wagner am 4. September 2013

Valencia ist nicht nur die drittgrößte spanische Metropole, es liegt zudem fast genau auf der gleichen geografischen Breite wie Mallorca. Eigentlich fast unverzeihlich, dass ich in den letzten Jahren so oft in der Nähe war, aber erst während dieses Kurzurlaubs einen groben Einblick in die wunderschöne, mondäne Heimatstadt des Arroz und der Paella gewonnen habe.

Kulinarisch stand dabei Stephen Anderson mit seinem Seuxerea exemplarisch Pate für die zeitgenössische Küche Valencias. Ein Tipp übrigens von Bernd Knöller, Chef des Restaurant Riff, das ich ebenfalls gerne besucht hätte, das aber leider genau in der Zeit meiner Anwesenheit geschlossen hatte…

Das sehr modern und klar gestaltete Seuxerea liegt im Herzen der Altstadt Valencias, nicht ganz leicht zu finden in einer sehr schmalen Seitenstraße, direkt neben der Kathedrale. Wir haben an diesem lauen Sommerabend an einem der vier Tische vor dem Restaurant Platz genommen und uns für das sieben Gänge umfassende Degustationsmenü entschieden.

Eine Gazpacho mit Melone bildete einen leichten, sommerlichen Auftakt.

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Ebenfalls sehr leicht und sommerlich: Carpaccio vom Tintenfisch und Mango. Bereits hier zeigte sich der exotische, burmesische, Einfluss in der sonst stark regional geprägten Küche von Stephen Anderson.

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Es folgte eine kleine Terrine von Foie gras in einem Pistazienmantel.

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Mein persönlicher Favorit wurde bereits als dritter offizieller Gang serviert: Ravioli gefüllt mit Hummer, dazu ein leichter aber intensiver Saffranschaum und frittierter Spinat. Wirklich toll.

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Als weiterer Fischgang servierte Steve dann einen Fisch des Tages, in unserem Fall einen typischen Bacalao (Kabeljau) mit Linsen.

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Ein burmesisches Spanferkel mit karamelisierten Schalotten und Sommererbsen konnte uns nicht wirklich überzeugen, weder im Hinblick auf das eigentliche Produkt, das Spanferkel, noch die Sauce, die mir deutlich zu massiv und viel zu dick gebunden erschien.

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Den Abschluss des Abends bildeten ein Mandarinen & Cava Sorbet sowie ein
Chocolate Pavée. Im Eifer des Gefechtes habe ich hier allerdings vergessen, Fotos zu machen…

Das Seuxerea war zweifelsohne ein kulinarischer Höhepunkt der Reise, andererseits waren wir bei manchen Wendungen des Abends doch etwas erstaunt, größtenteils den Service betreffend, der teilweise etwas unbeholfen wirkte – vielleicht lag dies aber auch an uns und unseren kleinen Sonderwünschen. Dank einiger Highlights und vor allem auch der der tollen Kulisse kann man darüber aber sicher zu hinwegsehen und sollte um das Seuxerea und vor allem auch um Valencia keinesfalls einen Bogen machen.

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Seuxerea
Calle Conde de Almodóvar, 4.
Valencia
Telefon +34 963 924 000