von Oliver Wagner am 19. Juni 2018

Unter tobendem Beifall wurden gestern Abend die beiden ersten Gewinner auf dem Weg zum Koch des Jahres 2018/2019 bekannt gegeben. Und ein spannendes Geständnis von Sternekoch Christian Lohse gab es auch noch…

“Fischstäbchen mit selbstgemachter Mayonaise und Pommes sind eine echte Delikatesse” erklärt Zwei-Sterne-Koch Christian Lohse auf der Bühne kur vor der Verkündung der Gewinner. Immerhin hat er früher fast zehn Jahre lang in Bremerhaven für Kaeptn Iglo gearbeitet, verrät er. So lernt man auf Events auch durchaus unerwartete Details und Vorlieben kennen.

Um Fisch ging es auch beim ersten Vorfinale im Wettbewerb des Koch des Jahres. Und tatsächlich sollten sogar Fischstäbchen dabei eine tragende Rolle spielen. Allerdings ganz anderer Art als die Fabrikware, die wenige Kilometer weiter in großen Mengen vom Fließband rollen. Im engen Takt schickten die sechs Kandidaten jeweils drei Gänge, rund um das Motto “Fish at its best”.  Mit am Jurytisch saßenBrian Bojsen, Miguel Contreras, Daniel Dal-Ben, Wolfgang Faßbender, Sebastian Frank, Maria Groß, Yoshizumi Nagaya, Jan Pettke, Martin Pirker, Dirk Rogge und Christian Sturm-Willms.

Die Jury | Foto: Melanie Bauer

Der Wettbewerb ist seit vielen Jahren eine feste Institution im deutschsprachigen Raum. Er richtet sich an Profi-Köche aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol und wird bereits zum fünften Mal ausgetragen. Für das Bremerhavener Vorfinale wurden die 6 Kandidaten aus rund 120 Bewerbungen ausgewählt. Im Oktober 2019 treten die sechs Finalisten auf der Kölner Anuga dann zum großen Finale gegeneinander an. Neben dem prestigeträchtigen Titel Koch des Jahres winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro sowie zahlreiche Sonderpreise der Sponsoren.

In Bremerhaven wurde mit viel Einsatz und Kreativität gekocht. Alle Kandidaten lagen nach Auskunft der Jury sehr nah beieinander – entsprechend knapp fiel das Urteil aus.

Junior Sous Chef Marvin Böhm vom Restaurant Aqua*** in Wolfsburg holte sich schließlich den Sieg. Gleich dahinter rangierte der Zweitplatzierte, der Creative Director Sören Herzig vom Dots Establishments in Wien.

Die Sieger und ihre Assistenten | Foto: Melanie Bauer

Marvin Böhm

Für Marvin Böhm ist es nicht die erste Teilnahme bei Koch des Jahres. Bereits vor einem Jahr trat er beim vierten Vofinale in Hamburg beim Live-Wettbewerb an und das kurzfristig als er für einen Krankheitsfall nachrückte. Ohne richtige Vorbereitungszeit und eingewiesenen Assistenten lieferte Marvin eine hervorragende Leistung ab und verpasste nur ganz knapp den Einzug ins Finale. Am 18. Juni in Bremerhaven möchte er dieses Mal auf jeden Fall das goldene Messer und damit die Eintrittskarte für das große Finale auf der Anuga am 7. Oktober 2019 erkochen. Seinen Küchenstil beschreibt der Niedersachse als schlicht, futuristisch und elegant und verfolgt selbst keine bestimmte Philosophie. Sein Wettbewerbsmenüs soll vor allem eins – Erinnerungen wecken, er interpretiert klassische Gerichte aus Mutters Küche neu. Seine Inspiration findet der Neunundzwanzigjährige aber auch immer wieder in der Kunst, mit seinen Formen und Farben. Auf die Frage nach seinen Zielen und Wünschen für die Zukunft muss Marvin nicht lange überlegen: „Ganz klar drei Sterne erkochen!“.

Vorspeise: Bayrische Garnele | Gurke | Auster | Foto: Melanie Bauer

Hauptgang: „Fischstäbchen“ – Forelle aus der Lüneburger Heide | Spinat | Kartoffel | Foto: Melanie Bauer

Dessert: Himbeere | Alge | weiße Schokolade | Miso | Kroepoek | Foto: Melanie Bauer

Sören Herzig

Lange ist es her, da hat sich Sören Herzig schon einmal der Herausforderung des Live-Wettbewerbs Koch des Jahres gestellt – sieben Jahre, um genauer zu sein, in denen sich einiges getan hat. Der geborene Cuxhavener ist der einzige Lokalmatador beim ersten Vorfinale in Bremerhaven, auch wenn er momentan in Wien die Gäste mit seinen Kreationen beglückt. Inspiration findet der Achtundzwanzigjährige in der traditionellen Küche fremder Länder; so zaubert er immer wieder neue moderne, kreative Gerichte, in denen sich das „Altbewährte“ wider spiegelt. Er legt jedoch besonderen Wert darauf, dass mit allen Produkten nachhaltig und wirtschaftlich gearbeitet wird. Für ihn ist sein Beruf mehr als nur eine Leidenschaft, es ist seine Berufung die er gepaart mit Kreativität und Spaß immer wieder aufs Neue ausleben kann.

Vorspeise: „Ein Tag am Meer“ | Foto: Melanie Bauer

Hauptgang: Kabeljau | Erbse | Eierschwammerl | geschäumte Dashi| Foto: Melanie Bauer

Dessert: „Japanisches Treibholz“ | Foto: Melanie Bauer

Jetzt für das zweite Vorfinale bewerben!

Das zweite Vorfinale findet am 19. November in der Halle02 in Heidelberg statt. Bis zum 19. September können sich leidenschaftliche Profiköche noch hierfür bewerben. Alle Informationen für Bewerber und zum kommenden Event können online unter www.kochdesjahres.de eingesehen werden.

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