von Oliver Wagner am 30. Juli 2013

Das Henriks startet in Hamburg mit hohem, selbstgesteckten Anspruch. Ein Restaurant, das Weltoffenheit und Persönlichkeit widerspiegelt, umschreibt Class-Henrik Anklam sein neues Projekt. Nach Stationen im Landhaus Scherrer sowie im Tarantella, eröffnete er gemeinsam mit seiner Gattin Claudia Anklam vor wenigen Wochen die Türen an der Tesdorpfstraße.

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Inspiriert von den angesagtesten Restaurants der Welt, sei das Henriks. Fantastisch gelegen ist es in jedem Fall. Zentral, in unmittelbarer Nähe des Bahnhof Dammtor, direkt zwischen der neuen Hamburger SAP Zentrale und dem Hotel Grand Elysée und dennoch mit freiem Ausblick ins Grüne, direkt auf die große Moorweide.

Foto: Henriks

Foto: Henriks

Viel mehr als die Aussicht auf Wiesen und Bäume interessierte mich allerdings der Blick in die Speisekarte. Hummer in diversen Varianten, Fine de Claire, Sylter Royal, Kaviar, Trüffel und viel gegrilltes Rindfleisch internationaler Provenienz findet dort zusammen, fast ein bisschen beliebig ergänzt durch italienische oder asiatische Gerichte sowie zwei Seiten unterschiedlicher Champagner, mit großem Schwerpunkt auf Produkten aus dem Hause Dom Perignon.

Tataki vom Tuna

Tataki vom Tuna

 Coca mit Räucherlachs

Coca mit Räucherlachs

Filetsteak mit Trüffel-Pommes

Filetsteak mit Trüffel-Pommes

Die gesteckten Ambitionen sind klar erkennbar, sowohl die Lage als auch die Einrichtung sind wirklich herrvoragend, leidglich auf kulinarischer Ebene hat uns das Henriks nicht überzeugen können. Die Vorspeisen, insbesondere das Tataki, war geschmacklich keine Offenbarung, die Präsentation war beinahe amateurhaft und lieblos. Die Cocoa, ein dünner Blätterteigboden mit Frischkäse und Lachs, indes recht lecker und unkompliziert. Auch das Filetsteak (39,90 €) war in Ordnung, allerdings deutlich über medium-rare hinaus gegart und eigentlich etwas langweilig. Dass Saucen, selbst eine Kräuterbutter, noch mit Aufpreisen zwischen 2,90 € und 5,90 € abgerechnet werden mag überraschen, ebenso die Kalkulation der offenen Weine, kostet doch beispielsweise ein 0,2l Glas Sancerre mit 9,90 € mehr als das Doppelte des halben Glases.

Im Prinzip sind das alles Details, die sich vermutlich noch einspielen werden, genau wie die aktuell noch vorhandene große Baustelle auf der Terasse. Uns haben vor allem die Trüffel-Pommes, serviert in einer großen Kaviardose, sehr gut gefallen und alleine diese rechtfertigen kommende Besuche.

Man wird sehen, wir sich das Henriks in den nächsten Monaten (weiter-)entwickelt, zunächst scheint das Konzept mit exklusiver Location und ebensolcher Speisekarte gut aufzugehen, mittelfristig sollte die Küche hier aber noch nachziehen müssen um der Bemessung auf gleicher Skala gerecht zu werden.

Henriks Bar & Restaurant
Tesdorpfstraße 8
20148 Hamburg

Telefon 040 288084280
Mail [email protected]

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