von Oliver Wagner am 17. Januar 2018

Bei unserem ersten Zusammentreffen machte Thomas Imbusch mir ein unmoralisches Angebot: Ein Stück sensationelles japanisches Wagyue hatte an diesem Abend über verschlungene Wege in das Madame X in den Hamburger Off Club gefunden. Thomas Imbusch leitete in der Location von Tim Mälzer in den letzten vier Jahren die Geschicke als Küchenchef.

An diesem Abend war ich übrigens der einzige Gast, der das Upgrade auf den Waguye-Gang bestellt hat, verriet mit Thomas neulich. Eine lohnende Investition. Genau wie jedes weitere Dinner das ich zwischenzeitlich dort genossen habe. Und jetzt also, im Frühjahr 2018, geht es unter eigener Regie und in eigener Location so richtig los. “Fett”, sagt Thomas. Ein großer Schritt für den 30jährigen “Aufsteiger des Jahres” des Fachmagazins RollingPin, heißt es offiziell.

Im 100/200 steht der Herd im Zentrum des Geschehens. In der offenen, von allen Seiten einsehbaren Küche wird gekocht und nicht nur lautlos angerichtet, wie man das sonst teilweise in verschiedenen Table-Restaurants beobachten kann.

Der Gast spürt die Atmosphäre in der Küche, er nimmt die Geräusche und Gerüche wahr, offenes Feuer, Hitze, Action am Herd. Jeder Zubereitungsschritt kann so live miterlebt werden.Thomas Imbusch will seinen Gästen ein lustvolles, authentisches Erlebnis bieten statt steriler Flüster-Atmosphäre und Anrichten mit der Pinzette. Im 100/200 darf und soll hemmungslos genossen werden.

Der Restaurantname bringt die auf das Wesentliche fokussierte Küchenphilosophie von Imbusch auf den Punkt: Für seine Küche benötigt er keine Hightech-Gerätschaften, sondern lediglich bestmögliche Produkte sowie Wasser, das bei 100 Grad kocht und einen Ofen, der auf 200 Grad läuft. Der Rest ist seiner Überzeugung nach pures Handwerk.

Seinen eigenen Kopf bewies Thomas Imbusch auch bei der Wahl der Location für sein Restaurant: Abseits der ausgetretenen Pfade fand er an den Hamburger Elbbrücken eine denkmalgeschützte Fläche mit Industrie-Flair, die zurzeit nach seinen Bedürfnissen zum Restaurant ausgebaut wird. In unmittelbarer Nähe zum künftigen U-Bahnhof Elbbrücken und dem geplanten Elbtower werden die Gäste hier nicht nur die mitreißende Küche von Thomas Imbusch genießen, sondern auch den spektakulären Blick auf die Elbe.

In den Gastraum integriert ist eine Bar, die auch ohne Tischreservierung besucht werden kann. Hier wird Thomas Imbusch zusammen mit Restaurantleiter und Maître de Plaisir Jan-Phillip Fricke (vorher Barchef „Le Lion“ und „The Boilerman Bar Altes Hafenamt Hamburg“) eine Auswahl an besonderen Spirituosen und Mischgetränken anbieten.

Schon lange habe ich mich nicht mehr so sehr auf eine bevorstehende Neueröffnung in Hamburg gefreut. Ein eigenständiges, innovatives Konzept, ein talentierter Küchenchef – und über allem die Reduktion auf die Essenz, auf gute Produkte, ideal zubereitet, direkt vom Herd serviert.

Mehr Infos gibt es auf der Webseite vom 100/200 und künftig wohl auch auf Facebook und Instagram zu lesen. Kann losgehen!

Keine weiteren Beiträge