von Oliver Wagner am 28. Juni 2014

Was ich gehofft, aber in diesem Maße gar nicht erwartet hätte: Mykonos ist nahezu ein kulinarisches Eldorado, voller mediteraner Gerichte, frischem Fisch und mit vielen tollen Plätzen um all dies zu genießen. Je nach Geldbeutel ist allerdings ein Auto, ein Roller oder am besten natürlich eine gut motorisierte Motoryacht zu empfehlen um all diese tollen Orte zu erreichen…

Die griechische Küche, insbesondere natürlich die der Inseln und entlang der Küste, ist geprägt von Fisch und Meeresfrüchten in allen Variationen. Gleichzeitig hat Griechenland jedoch auch einen Gebirgsanteil von knapp 80 %. Dadurch bedingt sind die Möglichkeiten für groß angelegte Viehzucht, insbesondere Rinderzucht, stark eingeschränkt. Daher hat Schaf- und Ziegenfleisch auf dem griechischen Speiseplan eine große Bedeutung. Insbesondere Mykonos bietet bedingt durch die karge Landschaft wenig Raum für Landwirtschaft, somit müssen viele der Produkte leider auf dem Seeweg vom Festland importiert werden.

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Fokós Taverne

Der kleine Fokós Beach mit seinem groben Sand und der beeindruckenden Felsformation liegt relativ abgelegen im Norden, was aber Dank der Kompaktheit der Insel im schlimmsten aller Fälle dennoch nie mehr als 40 Minuten Fahrzeit bedeutet. Fokós bedeutet übrigens Seehunde, denn ein Stück weit ausserhalb der Bucht sind zahlreiche dieser Tiere heimisch geworden. Direkt oberhalb des kleinen Strandes befindet sich direkt einer meiner absoluten kulinarischen Favoriten: die Taverne Fokós, betrieben von der (aus Kanada wieder zurück eingewanderten) Familie Taboulchana. Alleine schon hier auf der Veranda zu sitzen, ein Glas Weißwein zu trinken und dazu den Blick über das Meer schweifen zu lassen lohnt die Anreise. Nicht nur zum Fokós Beach, sondern generell nach Mykonos.

Aber dabei bleibt es natürlich nicht. Der Fang des Tages wird präsentiert. Rote Meerbarbe, geangelt, versteht sich. Während wir uns noch über die verschiedenen Optionen der Zubereitung unterhalten stehe ich auf einmal schon selbst mit am Grill und sehe zu, wie mein Fisch präpariert und mit etwas Meersalz gewürzt auf der Holzkohle liegt.

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Nicht nur der Fisch ist exzellent, der beste, den ich während dieses Urlaubs gegessen habe, auch die ganzen kleinen und größeren Vorspeisen sind fabelhaft. Ganz gleich ob das typische Zaziki, ein exzellentes Tabouleh oder der hervorragende Quinoa Salat.

Kiki’s Taverne

Ein weiteres kulinarisches Kleinod ist gleichermaßen alles andere als ein Geheimtipp, trotzdem etwas schwierig zu finden. Zwar weisen keine Schilder den Weg, dafür duftet es kurz vor Erreichen des Strandes von Agios Sostis nach köstlichem Grillgut. Da es nur wenige Plätze auf der Terrasse mit Blick über die Bucht gibt, hat sich hier ein sehr sympathischer Brauch etabliert: Man wartet vor der Tür und darf sich währenddessen nicht nur am Blick erfreuen, sondern auch an eisgekühltem Rosé, der für die Wartenden bereit steht. Die Öffnungszeit ist kurz, ab 18:00 Uhr wird der Service langsam eingestellt.

Bild: Kiki´s

Bild: Kiki´s

Nikolas Taverne

Am Strand von Agia Anna findet man das dritte Highlight. Deutlich größer und trubeliger als die beiden zuvor genannten Plätze, aber nach wie vor ein Familienbetrieb. Bei Nikolas kann man direkt am dem Strand sitzen, die Füße im warmen Sand – und ebenfalls köstlichen Fisch und diverse Produkte vom Grill genießen. Natürlich haben wir uns auch intensiv den typischen Gerichten der Inselküche gewidmet, zum Beispiel den Kopanisti. Ein intensiver, insbesondere für die Kykladen sehr typischer, recht lange fermentierter Käse. Nikolas wollte uns zunächst von der Bestellung dieses Gerichtes abhalten. Viele Gäste finden den Käse zu streng und intensi, warnte er uns. Erst hinterher haben wir im Gespräch mit ihm erfahren, dass seine Großmutter die Kopanisti für die Taverne selbst macht und es ihm einfach das Herz bricht, ganze Portionen davon wegschmeissen zu müssen. Das ist bei uns natürlich nicht passiert. Aber dieses Zeichen für die Wertschätzung der eigenen Produkte macht uns Nikolas und seine Taverne nur nochmal sympathischer.

Bilder: Nammos

Bilder: Nammos

Nammos Restaurant

Ebenfalls am Strand aber ganz anders als die drei zuvor beschriebene Tavernen ist das Nammos Restaurant. Hier reist man standesgemäß am besten wirklich mit der großen Yacht an und genießt forthin den Anblick auf die vielen weiteren kleinen (und zumeist größeren) anderen Schiffe in der Bucht. Entsprechend der Zielgruppe leistet sich die Speisekarte, vor allem aber die Weinkarte, auch etwas exklusivere Positionen. So kann man sich an heißen Sommertagen mit einem Champagner in der Methusalem Flasche für 120.000 € erfrischen. Das Seafood ist aussergewöhnlich gut und die im Restaurant drapierten Fische nicht nur riesig, sondern auch wirklich frisch. Das Nammos ist kein Ort den man jeden Tag besuchen möchte, Spaß macht es trotzdem, wenngleich die vielen versteckten Kosten doch etwas aufs Gemüt schlagen können (Valet Parking 10€, Couvert á 8€, Wasser á 10€, Liegen am Strand 20€).

Bilder: Nammos

Bilder: Nammos

Bilder: Nammos

Bilder: Nammos