von Oliver Wagner am 22. Oktober 2012

Seit 1989 ist das von Elisabeth Füngers und Steffen Hellmann geführte Nil beinahe zu einer Institution in Hamburg geworden. In den Räumen eines ehemaligen Schuhgeschäftes entfaltet sich zwischen Schanze und St.Pauli auf drei Etagen entspannte Gemütlichkeit. Die Küche, so sagt es das Nil selbst über sich, vereint deutsche Esskultur mit mediterraner Leichtigkeit und kreiert moderne Gerichte aus heimischen Produkten der Saison.

Mit dem Nil N°6 befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Restaurant ein vielseitig zu nutzender Raum für Veranstaltungen und private Feiern, in dessen Küche in steter Regelmässigkeit Kochkurse angeboten werden.


An diesem Wochenende haben wir glücklicherweise noch einen Platz auf der Galerie reservieren können. Entgegen erster Planung haben wir uns allerdings doch gegen das 4-gängige Oktober Menü entschieden (mit 39,- EUR sehr fair kalkuliert).

So gab es auf meiner Seite des Tisches zunächst ein paar ausgesprochen große und frische Austern von Gillardeau (das Stück für 3.90 EUR). Gefolgt von einem Kotelett vom Mangalitzaschwein, serviert mit hausgemachtem Sauerkraut und einer Kürbis-Blutwurstschnitte.

Foto: Nil

Insbesondere die Kombination aus Kürbis und Blutwurst klang verlockend – allerdings blieb die Schnitte deutlich hinter den geweckten Erwartungen zurück und die Blutwurst konnte sich kaum entfalten. Insgesamt wirkte sie zu trocken, die Texturen wollte nicht recht zum Produkt passen und war weit weniger intensiv als es dem wirklich hervorragenden Kotelett als Begleiter zugestanden hätte. Auch das Sauerkraut hätte etwas mehr Power gut vertragen können, denn das Managlitza hat ein tolles, intensives Fleisch, als Kotelett geschnitten ist es zudem alles andere als mager.

Abschließend haben wir uns für einen Trifle vom Apfel sowie eine kleine Käsevariation entschieden. Beides war in Ordnung, aber nicht spektakulär.

Die kleinen Defizite sind dem Nil aber unbedingt zu verzeihen. Die angenehme und freundliche Atmosphäre macht vieles Wett, zudem sind die Preise für die großen und kleinen Menüs wirklich ausgesprochen fair kalkuliert und die Begeisterung für den bewussten Umgang mit guten Produkten ist stets erkennbar. Wir kommen wieder. Bald.

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