von Elena Walker am 17. August 2017

Als Jens Rittmeyer Anfang des Jahres nach knapp sieben Jahren auf Sylt die Insel verlassen hat, wurde überall darüber berichtet. Ein gutes halbes Jahr später redet man noch immer über den neuen Küchenchef des Navigare NSBhotels in Buxtehude – über seine Gemüseküche, nordische Aromen und meisterhafte Saucen. Zeit für uns, dem Restaurant “No. 4” einen Besuch abzustatten.

Das Besondere an dem Fine-Dining-Restaurant? Zum einen natürlich die unverkennbare nordische Küche von Jens Rittmeyer. Zum anderen zählt das “No. 4”, wie sein Name schon verrät, lediglich vier Tische und außerdem ein Panoramafenster mit Blick in die Küche. Ein bisschen fühlt man sich, als säße man im heimischen Esszimmer des Küchenchefs – ein einzigartiges Dinner-Erlebnis! Beim Betreten des historischen Backsteingewölbes fühlen wir uns sofort wohl.

Nordic Cuisine in perfekter Begleitung

An diesem Abend dürfen wir jeweils eines der beiden 7-Gänge-Menüs genießen: Wir treten die “Nordische Reise” an, eine kulinarische Tour durch Norddeutschland und Skandinavien, und entdecken Jens Rittmeyers “Heimliche Leidenschaft”: Ein reines Gemüsemenü, frei von Laktose, Gluten und Nüssen. Die Idee dazu hatte der Sternekoch aufgrund expliziter Gastwünsche nach laktose-, gluten- oder nussfreien Gerichten, sodass er ein komplett neues Konzept entwickelte – ein im deutschen Raum absolut einzigartiges Menü im Fine-Dining-Bereich! Zu sechs von sieben Gängen gibt es wahlweise eine Weinbegleitung oder innovative alkoholfreie Getränke aus der PriSecco-Reihe von der Manufaktur Jörg Geiger; weil wir so neugierig auf das Pairing sind, probieren wir gleich beide Varianten und können schon verraten: Beide sind absolut empfehlenswert!

Ein Ort, um genüsslich die Zeit zu vergessen

Der Auftakt mit einem Glas Champagner aus dem Hause Gosset und den handwerklich sehr gelungenen Amuse-Bouche machen sofort Lust auf mehr: Handgetauchte Jakobsmuschel und Tatar von zweistündig gegrillten und in Vakuum marinierten Karotten sind nur eine Auswahl der schönen kleinen Köstlichkeiten, die uns auf einen genussvollen Abend einstimmen. In den folgenden fünf Stunden erwarten uns komplexe Aromen, ein ausgewogener Texturen-Mix und hervorragend abgestimmte Getränke. Für jeden Gang kommt Jens Rittmeyer mit seiner Sous-Chefin Sarah an die Tische und verfeinert die Gerichte mit hervorragenden Suds und Saucen direkt aus dem heißen Topf. Zu allen Kreationen gibt es eine Geschichte und der Sternekoch nimmt sich persönlich Zeit für all seine Gäste. Wer den Weg ins “No. 4” antritt, sollte ausreichend Zeit mitbringen, um den Abend in vollen Zügen zu genießen!

Raffinierte Kreationen mit persönlicher Note

Mit dem Amuse-Bouche und den Petit Fours kommen wir auf neun Gerichte, die durch den Verzicht auf schwere Beilagen angenehm zu bewältigen sind. Sehr gut gefällt uns der separate Brotgang in der Mitte unserer Menüs. Hier kommen die hochgelobten Saucen des Meisters richtig zur Geltung. Was gibt es schließlich schöneres, als frisches Brot in herrliche Saucen zu tunken? Unser Highlight ist der fünfte Gang des Menüs “Heimliche Leidenschaft”: Im Ofen gegarter und im Anschluss gebratener Spitzkohl, dazu Brokkoli, Cerealien und Schwarzessig. Eine perfekt ausbalancierte Kombination, die auch die Lieblingskreation des Küchenchefs selbst ist!

Unser Fazit:

Waren das wirklich fünf Stunden? Die Zeit bei Jens Rittmeyer im “No. 4” verging wie im Flug! Die Exklusivität und das persönliche Konzept des Gourmet-Restaurants sind einmalig. Dafür lohnt sich der Weg raus aufs Alte Land vor den Toren Hamburgs allemal. Die Nähe zu Feld und Vieh macht der Sternekoch sich zu Nutzen: Mit den Landwirten in der Umgebung arbeitet Jens Rittmeyer eng zusammen und bezieht den Großteil seiner Zutaten aus der Region-  und das schmeckt man! Beide Menüs waren nicht nur äußerst raffiniert zubereitet, sondern auch qualitativ auf hohem Niveau. Die “Heimliche Leidenschaft” ist besonders empfehlenswert: Die Tatsache, ein zusammenhängendes und gut durchdachtes Menü essen zu können, dass sich auch für Veganer und Allergiker eignet, ist eine großartige Besonderheit im Fine-Dining-Bereich.

Wichtig fürs “No. 4”: Unbedingt reservieren! Das Restaurant ist nur von Mittwoch bis Samstag geöffnet und aufgrund der wenigen Plätze oft schon Wochen im Voraus ausgebucht. Wer keinen Tisch mehr bekommt, kann es nebenan im “Seabreeze” versuchen: Hier kocht Jens Rittmeyer bodenständige Klassiker.

AUF EINEN BLICK
  • Restaurant: No. 4 (zur Website)
  • Küchenchef: Jens Rittmeyer
  • Datum des Besuchs: August 2017
  • Kontakt: Harburger Straße 4, 21614 Buxtehude,
    +49 (0)4161 74900
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