von Wiebke Theuer am 12. Januar 2017

Vom 10. bis zum 20. Januar 2017 begleiten wir Söl’ring Hof-Küchenchef Jan-Philipp Berner und sein Team auf ihrer kulinarischen Expedition nach Südafrika, um das zweifach besternte Sylter Restaurant dort als Pop-up Restaurant zu eröffnen.

Auf unserer Reise besuchen wir verschiedene, uns empfohlene Restaurants. Erstes Ziel am Abend unserer Ankunft: das “Chefs Warehouse & Canteen” mitten in der Innenstadt von “Mothercity”. Dafür treffen wir Adele Grewar, Köchin im “Bertus Basson at Spice Route”  und Mathias Heinz, den Manager des Fine Dining Restaurants “Overture” von Bertus Basson, die uns begleiten.

Das “Chefs Warehouse & Canteen” ist unter den Einheimischen sehr beliebt für seine “Tapas for 2”. Verschiedene Kleinigkeiten werden hier in drei Gängen in mittleren Portionen serviert. Alles kommt in die Mitte des Tisches, sodass jeder sich bedienen kann. Neben seiner perfekten Lage und dem lebendigem Ambiente mit kleinem angegliederten Feinkostverkauf, ist das Foodsharing-Konzept noch ein weiterer Grund, warum diese Adresse zu jeder Tageszeit sehr gut besucht ist. Reservierungen werden übrigens nicht angenommen, wenn kein Tisch frei ist, kommen die Gäste auf die Warteliste und dürfen sich die Zeit, bis sie platziert werden, mit einem Drink an der Bar vertreiben.

Da das Chefs Warehouse nur bis 20 Uhr weitere Gäste annimmt, sind wir bereits halb 6 dort. Etwas früh für ein Dinner, doch hungrig sind wir dennoch. Wir sitzen also zu siebt an dem einzigen großen Tisch, von dem aus man einen Blick in die Küche erspähen kann. Die restlichen Tische mit ca. 40 weiteren Plätzen befinden sich im eigentlichen Gastraum neben uns.

Das junge Personal ist sehr freundlich und ohne viele Worte steht schnell fest, dass wir alle Gerichte einmal probieren möchten. Chef Liam Tomlin steht nicht in der Küche, sondern ist selbst im Service und bringt im Laufe des Abends fast jeden Teller, bzw. jedes große Holzbrett, auf dem wir unsere Tapas serviert bekommen, persönlich an den Tisch. Der Laden brummt, das Publikum ist bunt gemischt und man merkt schnell, dass wir uns unter Genussmenschen befinden. Wir fühlen uns sofort wohl. Und dann geht es auch zügig los…

Oyster Vietnamese

Als Auftakt dürfen wir eine kleine Auster im vietnamesischen Stil genießen – die ideale Einsteiger-Auster, da sie durch einen angenehm kräftigen Soja-Saucen-Geschmack begleitet wird. Obwohl der Geschmack der knusprigen Zwiebel und des jungen Lauchs auf der Auster noch lange anhält, ist dies ein sehr gelungener Beginn unseres südafrikanischen Tapas-Abends.

“Salmon Vietnamese”

Den Lachs im vietnamesischen Stil bekommen wir mit Avocado Purée serviert, dazu etwas Gurke und kross gebackene Lachshaut. Der Lachs ist butterzart – ein schönes, frisches Gericht!

Tuna with Soba Noodles

Der Thunfisch mit Soba Nudeln, japanische dünne Nudeln aus Buchweizen, wird von Nikiri Dressing & Wasabi Mayonnaise begleitet. Das Gericht ist leicht scharf und perfekt für alle, die gern etwas Chili mögen. Die Chili allein, so lasse ich mir sagen, hat es jedoch in sich.

Deep Fried Squid

Zusammen mit dem Lachs und dem Thunfisch erhalten wir noch eine Portion frittierten Tintenfisch mit Miso Mais. Super lecker und obwohl frittiert, kein bisschen zu fettig und triefend. Klasse, wir bekommen nicht genug davon.

Mushroom Risotto

Das Pilz-Risotto ist wohl mit das beste Risotto, was ich persönlich je gegessen habe. Es ist schön “schlotzig”, wie man sagt, und liegt dennoch kein bisschen schwer im Magen. Es fällt schwer, das kleine Pfännchen nicht ganz allein aufzuessen.

Gado Gado

Nachdem wir auf dem Menü nur “Gado Gado” lesen können, müssen wir beim Service einfach nachfragen, was uns hier erwartet. “Raw vegetable salad”, erklärt uns die Kellnerin. Okay, denken wir, etwas Frisches zwischendurch, super! Dann kommt ein grüner Teller mit süßlich eingelegten Pilzen, Bohnen, Erbsen und Erdnüssen. Die Kombination aus Bohnen und Erdnüssen ist den meisten von uns neu, überzeugt aber sofort.

Beef Tartare

Der nächste Gang besteht unter anderem aus Beef Tartar mit verbranntem Auberginen Purée, halb getrockneten Tomaten, Tahini Dressing und einer Nuss-Mischung. Die Komponenten sind sehr kräftig im Geschmack. An dem Tartar gibt es nichts auszusetzen, allerdings dominiert das geräucherte Auberginenpurée mir persönlich zu stark.

Venison

Das Wildfleisch entpuppt sich als Springbock und kommt mit geschmortem Broccolini, Pomme Fondants und Crème Fraîche. Das Fleisch ist medium rare gegart und sehr, sehr zart. Ein toller Teller, doch der nächste haut mich wirklich um…

Yellowtail

Die Gelbschwanzmakrele serviert Liam auf der Haut kross gebraten mit Blumenkohl-Purée, Blumenkohlrößchen, frittierten Kapern, Mandeln und brauner Butter. Dieses Gericht ist wirklich mein Highlight des Abends.

Wir beschließen, zwei Desserts aus der Karte auszuwählen und diese zu teilen. Es gibt Passionsfrucht Crème Brulée mit Passionsfrucht Eis sowie weiße Schokoladen-Mousse mit frischen Himbeeren. Letzteres ist im Chefs Warehouse besonders beliebt, lasse ich mir sagen, doch die Passionsfrucht Crème Brulée ist zum Niederknien, geschmacklich sowie auch in der Konsistenz. Ich kratze die Pfanne aus.

Zu guter letzt lassen wir es uns nicht nehmen, die Käseplatte mit drei verschiedenen Käsen aus der Umgebung zu probieren. Dazu gibt es ein Fruchtchutney, Quittengelee sowie geröstetes Brot mit einer dezenten Knoblauchbutter. Ein sehr schöner Abschluss eines fantastischen Menüs.

Wir verlassen das Chefs Warehouse glücklich und zufrieden und sind sehr beeindruckt von der großartigen Produktqualität. Alles in allem hat dieser Abend kulinarisch einfach nur Spaß gemacht. Wir würden jederzeit wiederkommen!

Auf einen Blick
  • Restaurant: Chefs Warehouse & Canteen (zur Website)
  • Küchenchef: Liam Tomlin
  • aktuellste Auszeichnung: –
  • Datum des Besuchs: 11.01.2017
  • Kontakt: 92 Bree Street, Cape Town 8001, South Africa
    +27 (0)21 422 01 28

 

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