Yotam Ottolenghi & Ramael Scully: NOPI
76%Gesamtpunktzahl
Inhalt87%
Konzept80%
Design70%
Fotos60%
Praktikabilität85%
Leser Bewertung 21 Stimmen
31%

Neben den vier bekannten Delis unterhält Yotam Ottolenghi im Londoner Stadteil Soho auch noch das NOPI. Das Konzept steht hier ganz deutlich unter dem Motto Fine-Dinig. Insbesondere in der oberen Etage, dem Upstairs at NOPI, werden Gerichte serviert, die in ihrer Komplexität die typische Deli-Küche deutlich übersteigen und auch wesentlich aufwendiger in ihrer Zubereitung sind, als die Rezepte aus den bislang veröffentlichten Ottolenghi Kochbüchern. Jetzt wurden 120 eben dieser außergewöhnlichen NOPI-Kreationen gebündelt und in zu einem just erschienen Kochbuch zusammen gefasst.

Der Anspruch in der Umsetzung ist in diesem Werk dementsprechend deutlich höher: Ottolenghi selbst spricht deswegen auch eher von einem Restaurant-Kochbuch. Zudem ist der Aktions- und Einflussradius deutlich größer. Viele der Rezepte stammen aus der Feder von Ramael Scully, der die Küche im NOPI leitet und viele seiner asiatischen Wurzeln in die Kreation mit eingebracht hat. Entstanden ist eine bunte Mischung von mediterranen und orientalischen Gerichten mit asiatischen Einflüssen – und umgekehrt. Das Buch geht sehr ausführlich auf diese Entstehungsgeschichte ein und stellte neben jedem Rezept auch einige Hintergründe vor, beschreibt den Weg, der zum Ergebnis führte – oder stellt einzelne Produkte vor.

9783831028948_IN05

Geräucherte Lammkoteletts | © Dorling Kindersley Verlag


9783831028948_IN03

Burrata mit Blutorange| © Dorling Kindersley Verlag

Und genau diese Mischung ist es, die dieses Buch so liebenswert macht.  Tatsächlich tut sich hier ein Fundus an Rezepten mit spannender Aromatik und ungewöhnlichen Kombinationen auf: von scharf-würziger Wassermelonensuppe über Lavendel-Labneh mit gebratenem Rhabarber und Pinienkern-Biscotti oder Gebratene Entenbrust mit Haselnuss-Bier-Butter, rotem Quinoa und Pilzen bis hin zu einem Sumach-Martini. Dazu auf einem Level, der wie gemacht für den interessierten Hobbykoch ist. Nicht zu schwierig, aber herausfordernd genug. Und, zumindest aus meiner Warte, viel neues kulinarisches Terrain, das gemeinam mit Yotam Ottolenghi und Ramael Scully beschritten und entdeckt werden kann. Sardellenfilets treffen auf Kokosmilch, Lammbries auf Erbsenpüree und Miso, Krebs auf süße Pfeffersauce, Gurkenpickels und Zimt. Alles schreit förmlich danach möglichst schnell nachgekocht zu werden…



NOPI – Das Kochbuch
orientalisch · asiatisch · raffiniert

Yotam Ottolenghi, Ramael Scully
352 Seiten, Dorling Kindersley
Erschienen am 15. Oktober 2015
Preis: € 26,95

 

TEASER Newsletter

 

Keine weiteren Beiträge