Das Fischers Fritz und seinen Chef de Cuisine Christian Lohse zieren zwei Michelin-Sterne und 18 Gault-Millau-Punkte, es ist zu finden im Regent Hotel, laut der aktuell veröffentlichten „Gold List“ des Condé Nast Travelers, Deutschlands derzeit bestes Hotel.

Es wäre wohl unwahr, würde man sagen man käme ganz ohne Erwartungen in diesen Tempel der Kulinarik. Kamen wir auch nicht. Im Gegenteil, ich habe mich sehr über die Einladung nach Berlin gefreut.

Das Ambiente ist klassisch, edel und korrespondiert somit direkt mit den angebotenen Menüs. Wir entschieden uns für das Prestige Menü mit begleitenden Weinen, das in vier, fünf oder sechs Gängen angeboten wird, jeweils ergänzt um diverse kleine Grüße aus der Küche.

Gruss aus der Küche

Der erste Gang, ein Klassiker des Hauses, ist eine reine Freude. Die Terrine von Gänsestopfleber wird auf der kross gebackenen Haut des Havelaals serviert, gekrönt von einer zarten Karamellhaube, begleitet von einen 1976er Pineau de Charentes Guy Lheraud. Ein Gedicht. Fantastisch.

Terrine von Gänsestopfleber und geräuchertem Havelaal mit Pfefferkaramell Konfitüre von violetten Auberginen

Der Service machte übrigens einen stets freundlichen, professionellen aber nicht zwingend so klassischen und reservierten Eindruck wie Ambiente und Auszeichnungen es vermuten lassen.

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Gebackenes Demeter Onsenei mit Hummerratatouille Jus von Nyons Oliven Salzkapern und bretonischen Anchovis

Auch das Onsen-Ei war uns ein Fest. Die in Panko panierten und kurz frittierten Eier werden zuvor rund eine Stunde bei Niedrigtemperatur gegart wodurch sowohl Eiklar wie Dotter nur leicht gerinnen und eine gleichmäßig wachsweiche Konsistenz beibehalten.

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Doppeltes Filet von der Seezunge mit Pfifferlingen
gerösteter Bauchspeck und karamellisierten Haselnüssen
Kartoffelrahm

Beinahe zu üppig fiel die Doppelte Seezunge aus, aber ebenfalls auf den Punkt zubereitet. Es folgte ein kleiner Ausflug durch den Käsewagen und ein kurzer Blicks auf unser Dessert bevor der letzte Zug gen Hamburg zur Abfahrt rief und den wunderbaren Abend etwas zu jäh unterbrach.

Küche und Service des Fischers Fritz haben uns absolut begeistert und wir kommen sicher wieder, alleine schon um das verpasste Dessert nachzuholen – und um erneut die Terrine von Gänsestopfleber mit dem Havelaal kosten zu können…

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